Die internationale Energiepolitik steht selten still – und doch entschied sich die OPEC+, angeführt von Saudi-Arabien und Russland, ihr Ölangebot im November unverändert zu lassen. Damit setzt das Bündnis zum zweiten Mal in Folge auf Kontinuität und sendet ein Signal der Stabilität an die Märkte.
Die Entscheidung beruht auf den Vereinbarungen von sieben Schlüsselländern der OPEC+ und folgt auf die schrittweise Rücknahme von freiwilligen Förderkürzungen, die 2023 zur Preisstützung eingeführt wurden. Insgesamt wurden über ein Jahr hinweg 3,85 Millionen Barrel pro Tag wieder in den Markt zurückgeführt. Das aktuelle Produktionsniveau bleibt nun bis mindestens November konstant, wie die Minister in ihrer Abschlusserklärung betonten. Monatliche Treffen sollen weiterhin den Markt beobachten und flexibel auf Veränderungen reagieren.
Im Hintergrund wirken geopolitische Spannungen: Die Durchfahrt durch die Straße von Hormus und das Rote Meer bleibt durch Konflikte im Iran und Jemen gestört, was viele OPEC-Mitglieder in ihrer Förder- und Exportkapazität beeinträchtigt. Laut OPEC lag die Gesamtproduktion der Gruppe im August bei 24 Millionen Barrel pro Tag, das sind 15 % weniger als zu Jahresbeginn. Zusammen mit den Partnern, darunter Russland, erreichte das OPEC+-Angebot 38 Millionen Barrel pro Tag – fast 40 % des weltweiten Bedarfs.
Marktbeobachter hatten mit dieser Entscheidung gerechnet, zumal die G7 parallel angekündigt haben, 100 Millionen Barrel aus strategischen Reserven freizugeben, um Preisanstiege abzufedern. Der Brent-Preis lag zuletzt bei knapp 102 Dollar pro Barrel. Im November steht ein weiteres Treffen der gesamten OPEC+ an, um die Förderpolitik für das kommende Jahr zu bestimmen – ein weiterer Moment, der den globalen Energiemarkt nachhaltig beeinflussen dürfte.
Quelle: Agenturen




